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Nicht vorweihnächtlich, aber doch besinnlich präsentierte
die Musikgesellschaft Sulgen ihr Konzert in der Kirche vom
Sonntagabend. Neben den musikalischen Vorträgen waren es die
nachdenklich stimmenden Worte von Pfarrer Frank Sachweh, welche dem
Abend einen besonderen Anstrich gaben.
Fast bis auf den letzten Platz war die evangelische Kirche
Sulgen am Sonntagabend gefüllt, als die Musikgesellschaft Sulgen ihr
traditionelles Konzert in der Kirche gab. Alle, die gute Blasmusik
und einen besinnlichen Abend am ersten Advent schätzen, streichen
sich diesen Anlass in ihrer Agenda rot an.
In 80 Takten um die Welt
Es war an der Jugendmusik AachThurLand unter der Leitung von Stefan
Roth, den musikalischen Teil des Abends zu eröffnen. Die 15
jugendlichen Musikantinnen und Musikanten aus den Stammvereinen
Kradolf-Schönenberg, Sulgen und Erlen musizierten sehr konzentriert
und bewältigten rhythmische und dynamische Herausforderungen mit
Bravour. Besonderes Highlight war die Komposition "In 80 Takten um
die Welt". Die Besucher waren gefordert, wenn sie alle Stationen
dieser musikalischen Weltreise erraten wollten, und kaum jemand wird
dies auch geschafft haben. Mit " Rudolph the Red-Nosed Reindeer" und
der Zugabe "Tochter Zion" brachten die Jugendlichen auch etwas
Vorweihnachtsstimmung in die Kirche.
Vom Marsch bis zur Oper
Nach dem Erfolg der Musikgesellschaft Sulgen am Eidgenössischen
Musikfest 2011 in St.Gallen zeigte das Korps unter der Leitung von
Daniela Schümperli auch an diesem Abend ein Programm mit Niveau, das
hohe Ansprüche an die Musikantinnen und Musikanten stellte, aber mit
scheinbarer Leichtigkeit vorgetragen wurde. Schon mit dem aus der
Brass-Band-Szene bekannten Marsch "The Centurion" vermochte das
stattliche Korps die Zuhörer zu begeistern. Die musikalische
Abendteuerreise mit Gulliver zeigte die vielfältige Klangwelt, in
der sich ein gutes Blasorchester bewegen kann. Thomas Rüedis
Arragement des Liedes "Du frogsch mi, wer i bi" erfuhr durch das
Gesangsquintett eine besondere Note. Für einen weiteren Höhepunkt
sorgten vier Hornistinnen und Hornisten im "Hornfestival" von Kurt
Gäble, bevor dann zum Abschluss des Konzerts ein ausgezeichnetes
Arragement einen Überblick über die schönen Melodien der Verdi-Oper
"Macht des Schicksals" vermittelte. Vielleicht hat dieses Werk
einige Zuhörer dazu animiert, sich einmal die ganze Oper anzusehen
und anzuhören.
Besinnliches mit Tiefgang
Es gehört bereits zur Tradition des Kirchenkonzerts der
Musikgesellschaft Sulgen, dass neben dem Musikalischen auch das
Besinnliche seinen Platz hat. Mit Pfarrer Frank Sachweh verfügen die
Sulger Musikanten über einen Moderator, der es hervorragend
versteht, seine Gedanken - basierend auf den Musiktiteln - so zu
vermitteln, dass man nachdenklich wird und sich Gedanken über Gott
und die Welt macht. Und Pfarrer Sachweh versteht es, seine
Überzeugungen so darzubieten, dass sie ankommen und Spuren
hinterlassen. Dass die Musikantinnen und Musikanten nach diesem
gelungenen Abend nicht einfach entlassen wurden, versteht sich. Nach
dem langanhaltenden Applaus erklangen noch zwei Zugaben, bevor man
sich zum Umtrunk ins Kirchgemeindehaus begab.
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